20 vor zwölf – Krise, nein danke!
Thomas 15. Januar 2012
Tja, nun ist es auch schon den einen oder anderen Tag vorbei, das gute alte Jahr 2011. Rückblickend muss ich sagen, huiuiuiuiui…da war schon die eine oder andere Wendung drin. Auch wenn mein Jahresmotto natürlich immer gesellschaftliche Tragweite hat, so hat es doch im Wesentlichen persönlichen Bezug. Aus gesellschaftlicher Sicht hat sich natürlich auch einiges Bewegt und neues begonnen. Der gute Herr Wulff hat sich beispielsweise dazu bewegt uns mit seinen tröpfchenweisen Aussagen und Androhungen der Presse gegenüber eine Presseecho zu bescheren, dass mir bereits blutende Ohren geschenkt hat – schönen Dank auch, liebe Aufreger der Nation. Beschäftigt euch mal mit was Wichtigem. Arbeit ist beispielsweise noch immer in der Gesellschaft verankert – Das ist ein wirkliches Problem! Da hat es die Piratenpartei nach dem Sensationserfolg besser vorgemacht. Von der Randgruppe zur Unwählbarkeit in einem Wahlgang. Bedingungsloses Grundeinkommen. Genau, und ich bin der Weihnachtsmann.
Neu begonnen hat im vergangenen Jahr auch die Tragweite der europäischen Schuldenkrise. Somit hat sich netterweise auch die Troika zur Prüfung der griechischen Sparpläne bewegt. Immer nach Griechenland, schön für lau Souflaki essen (Moussaka ist ja meist aus – zumindest bei Nikos Taverne) und dann feststellen, dass auch der Besuch wieder nur Geld und Zeit gekostet hat.
Aber habe ich mich auch bewegt? JA sicher! Mein Leben wurde seit einem Abteilungswechsel, in der ich bis heute nicht gearbeitet habe, durch Zeit im Flugzeug von und nach Hamburg geprägt. Diese Zeiten wurden durch nette Verspätungen ergänzt, wobei diese dank FTL Status endlich mit Würstchen und Kartoffelsalat in der Lounge aufgebessert werden. Somit habe ich mit Abteilungswechsel direkt etwas neues angefangen und mit bewegt – hurra! Das tolle daran ist, dass mein Projekt in Hamburg *räusper* Wedel dieses Jahr auslaufen wird und ich somit wieder etwas neues beginnen werde. Nämlich meine Arbeit in der Abteilung, in der ich zwar arbeite, aber irgendwie doch nicht. Schau mer mal…
Bewegt hab ich zusätzlich auch sehr oft meine Hand zum Mund im Büro. Ich habe im vergangenen Jahr während der Arbeit ca. 69 Pralinen (auch inkl. Celebrations), 36 Kekse verschiedenster Größe, 30 Erdnüsse, 13,5 Kuchenstücke, neun Kugeln Eis, sechs Stück Schokolade, drei Hanuta und ein Twix gegessen.
Klingt eigentlich überschaubar. Wobei ich eingestehe, dass insbesondere bei der Schokolade durchaus Abweichungen möglich sind. Ich bin aber insgesamt von meinem Prinzip “Alles probieren, was es in der Küche so gibt” abgekommen und habe mir dadurch sicher einige Ausreißer nach oben in der Statistik erspart. Somit ein voller Erfolg, etwas Neues zu wagen und dadurch der allgemeinen Verfettung zumindest subjektiv entgegenzuwirken. Gemerkt habe ich davon leider nichts auf der Waage…
Hinzu kommt noch ein statistisch gesehen bescheidenes Golfjahr. Mal wieder. 62 Bogey, 30 Double Bogey, 19 Par, 16 (!!) Doppelpaar oder mehr, 16 Tripel Bogey, 1 Birdie. Gähn, grauenhaft. Das macht mir irgendwie Angst, aber die Saison geht ja erst wieder los. Außerdem muss man ja heutzutage schon froh sein, bei der ganzen gefühlten Krise und der angekündigten Rezession noch Golf spielen zu können und dürfen (macht ja sicher auch ganz viel CO2 so ein Golfplatz).
So, und wo stehen wir und ich und du nun? Meine Bewegerei geht noch weiter, die Krise wohl auch. Hoffentlich hört wenigstens das mit Herrn Wulff bald auf. Naja, da ich nicht vor habe mich von der Krise in meinem (Konsum-)Verhalten einschüchtern zu lassen, die Krise aber doch irgendwie noch immer über uns allen schwebt, wie ein Geist von der dunklen Seite der Macht (nein, er ist nicht unser Vater, Luke) und es somit kurz vor knapp ist, lautet das neue Motto für 2012: 20 vor zwölf – Krise, nein danke! Freunde, haltet zusammen, seid stark und kurbelt die Binnenwirtschaft an! Voll auf die Zwölf sozusagen! Habt ihr schon konkrete Maßnahmen geplant?? Also Krise: Cancelled; 2012: Go to gate!
Wer die grandiose Mehrdeutigkeit in dem noch viel grandioseren Motto erkennt, für den notiere ich mir gern mental ein Plus.
PS: Das Bild spiegelt nicht meine bevorzugte Fluggesellschaft wider.


















